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24. Februar 2011 4 24 /02 /Februar /2011 12:32

Muang Ngoi Neua (LAOS) - Luang Prabang (LAOS) - Bangkok (THAI) - Colcata (IND) - Port Blair (Andamanen) (IND) - Havelock (Andamanen) (IND)
 

...lautet einer der offiziellen Werbeslogans des Indientourismus und man kann dieses Land in zwei Worten wohl kaum treffender beschreiben.

Wir landen in Colcata (früheres Kalkutta) und schon allein die Fahrt vom Flughafen in die Stadt ist die Reise wert. Wir fahren in einem gelben alten Ambassador durch die Straßen von Colcata und dürfen ein Leben beobachten, tja wie soll ich´s beschreiben, "unglaubliches Indien" halt.
Männer, die sich am öffentlichen Brunnen am Straßenrand waschen, Frauen baden ihre Kinder, putzen sich die Zähne, daneben wird das Mittagessen zubereitet, ein Fahhrad mit Bündeln von lebenden Hühnern auf der Lenkstange fährt vorbei, ein verkrüppelter junger Mann überquert auf allen vieren vor unserm Taxi die Straße, ein alter Mann mit Leprabeulen sitzt bettelnd am Gehsteig, eine wunderschöne Inderin in gelbem Sari schreitet stolz an ihm vorbei...diese Aufzählung könnte ich noch ewig so fortsetzen.
Das wahrlich erstaunliche und beieindruckende offenbart sich uns aber erst, als wir unseren Weg zu fuß durchs Gewusel bahnen und genauer hinsehen. Nämlich, mit welcher Lebensfreunde und welchem Stolz die Inder trotz der erschlagenden Armut ihr Leben bestreiten und dabei sogar noch glücklich erscheinen. Sag ich doch, "unglaublich". 

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Nach vier schwer beeindruckenden aber auch etwas anstrengenden Tagen in der Großstadt, widmen wir uns wieder der Leichtigkeit des Lebens und fliegen auf die Andamanen.
Die Andamanen sind eine Inselgruppe weit draußen in der Andaman sea, gehören zu Indien und beheimaten neben indischen Einwanderern, auch noch richtig "Wilde". Jeder Völkerkundler wird jetzt ob meiner unqualifizierten Ausdrucksweise protestieren, aber ich erzähl euch eine Episode über die Sentinelesen, die sogenannten Wilden und ihr werdet mir vielleicht beipflichten: Im Jahr 2004 nach dem großen Tsunami starten besorgte Forscher einen  Erkundungsflug über besagter Insel und die undankbaren Sentinelesen? Denen fällt nix besseres ein, als als unmissverständliches Lebenszeichen Speere gen Himmel zu pfeffern! Okay, Mission wohl erfolgreich.
 
Wir schauen da lieber auf der um einiges gastfreundlicheren Insel Havelock vorbei.
Hier erwartet uns ein noch fast unberührtes Paradies. Dschungel biegt sich über Bilderbuchstrände die man ganz für sich alleine genießen kann, keine lästigen Strandverkäufer oder laute Strandkneipen, Urlauber Mangelware, nicht ein Wölkchen trübt den blauen Himmel, och ja, ich glaub den Bungalow mieten wir monatsweise. ;) Zumindest einen Monat...

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Das klingt jetzt zu perfekt? Dann darf ich euch kurz von den Widrigkeiten in unserem kleinen Paradies erzählen.

Da ist die Sache mit dem Bungalow - da wohnt schon jemand! An und für sich kein Problem, die Hütte ist nämlich groß und die Ratte (ja genau!!! ich bin jetzt nur gespielt locker) recht klein, quasi Platz genug für uns drei. Die Situation spitzt sich aber am dritten Tag zu, als wir nämlch bemerken, dass unser süßer Mitbewohner nicht nur an uns vorbei aufs Dach krabbelt, sozusagen Übermieter, sondern direkt zu uns ins Bett, mehr im Sinn eines Untermieters! Wir haben nämlich so ein hübsches Bett mit einem Gestell aus dicken Bambusrohren und, ich kanns ja verstehen, das muss irgendwie nach Penthouse für so eine Ratte ausschauen. Da wohnt sie also unter uns, nicht nur allein wie sich später herausstelt (uahhh...) sondern mit samt Familie und ist zudem sehr nachtaktiv, zumindest dem Gequiecke unter unseren Kopfpölstern nach zu urteilen. Wir jetzt aber so gar nicht die Nachtmenschen, sehen uns aufgrund dieser und weiterer unüberbrückbarer Differenzen gezwungen, diese WG wohl doch besser aufzulösen.

Des weiteren haben wir mit gut gemeinten aber gesundheitlich nicht ganz unbedenklichen Essenseinladungen zu kämpfen.folder2-2628-Kopie-1.jpg
Wir haben nämlich einen indischen Freund. Schadu, 25, Tuktukfahrer (wenn ihn nicht gerade eine Pechsträhne verfolgt oder soll ich besser sagen die Inselpolizei?), waschechter Andamane und wohnt mit seinem Vater, Mutter, Frau, Sohn, Bruder, Schwägerin, Neffen, Sohn der großen Schwester und so weiter gleich neben an. Wir sind zum Fernsehen, es läuft Titanic auf Hindi, und anschließendem Essen eingeladen. Gerne! Stehen mit Bier, Cola und Schokolade auf der Matte, die Damen des Hauses tischen auf. Jede Menge Reis, dazu frittierte Sardienen, Currylinsen und ein frittiertes Ei. Kann mich auch gleich direkt bei der Henne bedanken. Die sitzt nämlich neben mir. Jetzt gehört schon ein wenig Mut dazu in dieser Küche ordentlich zu zu langen, aber erstens haben wir gar keine andere Wahl und zweitens werden unsere Mägen nach so vielen Monaten des Reisens wohl doch schon alle todbringenden Keime zum Freund haben?!
Nächsten Tag stellt sich heraus, dass dies nicht auf die Beschreibung von Gerhards Magen zutrifft. Was solls, die Reiseapotheke gibt zum Glück immer noch was her. Jetzt scheint die liebe Nachbarfamilie aber so von uns entzückt und gastfreundlich, dass weitere Einladungen folgen! Naja vielleicht gehen wir schnell noch mal hin, solang die Antibiotika noch wirken...

Jetzt könnt ich euch noch eine Geschichte vom Krokodil am Strand erzählen, das letztes Jahr eine Touristin getötet hat, aber wir wollen ja nicht dass ihr einen Suchtrupp los schickt, der uns aus dieser Hölle befreit ;))).
Wir halten es nämlich schon noch eine Weile aus hier, keine Sorge.

In diesem Sinne, Namaste T&G!

 

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